Resilienz & Berufung

Die Wurzel stärken.

Resilienz (Widerstandsfähigkeit) ist in aller Munde und die Unternehmen versuchen viel, damit die Mitarbeiter gesund und fit bleiben, um die Herausforderungen des beruflichen Alltags gut zu bewältigen. Das machen sie natürlich oft stark motiviert aus primär ökonomischen Gründen. Die Zeiten sind härter geworden und jeder kennt die Zunahme an Burn-Out-Fällen und anderen psychosozialen Erkrankungen, die auf die gestiegenen Ansprüche im Arbeitsumfeld zurückführbar sind.

Die Zeiten haben sich in den letzten 10 Jahren radikal verändert. Zunehmende Globalisierung, Neoliberalismus, Wirtschaftskrise, Leistungs- und Kostendruck in Unternehmen und die damit einhergehende Komplexität und Geschwindigkeit sind in vielen Fällen kaum noch zu bewältigen.

Dies führt zwangsläufig dazu, dass die Mitarbeiter widerstandsfähiger werden müssen, um all den Herausforderungen standzuhalten.

Der Handlungsbedarf ist jedoch nicht nur bei den Mitarbeitern gegeben und es geht sicher nicht darum, schwächelnde Mitarbeiter wieder fitter zu machen. Das Unternehmen selbst und die gesamte Führungsmannschaft sind gefordert. Denn nicht zuletzt sind sie es, die dazu beitragen können, dass das Unternehmen langfristig gesund bleibt.

 

„Angst macht dumm“!

2016 6Die Manager sind herausgefordert, dass in angespannten wirtschaftlichen Situationen die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Sie vergessen nur oft, dass mit Druck auf die Mitarbeiter langfristig die Leistung nicht aufrechterhalten werden kann. Druck erzeugt Unsicherheit und oft auch Angst. Angst macht bekanntlich „dumm“. Dass der Volksmund recht hat, beweisen heute die modernen Neurowissenschaften. Bei Angstzuständen zieht sich die DNA-Kette zusammen und blockiert den Energiefluss im Gehirn und im Körper.

Gerade wenn die wirtschaftliche Situation angespannt ist, sind aber Innovationen und kreative Ideen gefragt, die zu einer besseren Performance des gesamten Unternehmens führen sollen. Also ist es logischerweise erforderlich, für die dafür notwendige Kreativität zu sorgen.

 

Die Kreativität der Menschen ist die Voraussetzung für Innovationen in Unternehmen.

KreFruhling 2016ativität braucht ein entspanntes Umfeld und eine offene Kommunikation zwischen den Menschen. Die sind aber definitiv nicht gegeben, wenn das Unternehmensklima von Druck und Unsicherheit geprägt ist. Das ist nicht die Meinung des Autors, sondern eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache!

In einem von Angst geprägten Umfeld ist davon auszugehen, dass die besten Mitarbeiter sich umorientieren werden. Und jene die das Spiel mitmachen, benötigen natürlich eine dickere Haut. Ist das das Ziel von Resilienzmaßnahmen?

Die Fakten zeigen, dass mindestens 50 % der Mitarbeiter in einem Unternehmen geistig gekündigt haben.

Man stelle sich bitte vor, was diese unglaubliche Aussage für die unternehmerische Praxis bedeutet! Indizien zur Bestätigung dieser erschreckenden Zahl sind in den letzten Jahren häufig in der Presse und in unterschiedlichen Onlinemedien zu finden:

Blog16-4-2Nach einer Xing-Studie ist jeder Dritte unzufrieden mit seinem Job und denkt an einen Jobwechsel.

Rund 50 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hadern mit ihrem Job. Eine andere Stelle wollen die meisten aber trotzdem nicht suchen.

Fast 90 % sind unzufrieden mit ihrem Job. Hassfigur Nummer eins: der eigene Chef bzw. die eigene Chefin.

An welcher Zahl man sich auch immer orientiert, es sind de facto um die 50 Prozent, welche geistig nicht mehr an Board eines Unternehmens sind. Das kann man sich kaum noch schönreden. Das Ausmaß ist so oder so katastrophal und die Konsequenzen sind massiv!

Was kostet es ein Unternehmen, wenn mehr als die Hälfte seiner Mitarbeiter nicht mehr an das Unternehmen glaubt und nicht mehr den entsprechenden Einsatz leistet? Letzten Endes schaut dann jeder auf sich selbst, und man muss sehen wo man bleibt. Das klingt ganz nach einem beruflichen Überlebenskampf.

Die Grundlage für eine gesunde Entwicklung von Unternehmen und deren Mitarbeitern sieht anders aus!

 

Was ist also die Lösung?

 

Für Manager und Führungskräfte:

Blog16-4-3Es ist naturgemäß dort zu beginnen, wo der größte Effekt eines Umdenkprozesses zu erwarten ist, nämlich bei den Managern und Führungskräften. „Der Fisch beginnt am Kopf (…)“. Die gegenwärtige Situation in der Wirtschaft bringt neue Ansprüche an die Führung von Unternehmen mit sich!

Nachdem die Zustände für alle Beteiligten immer bedrohlicher werden, geht es hier für die Menschen wahrlich um sehr existenzielle Themen. Diesen kann man nicht rational-kühl begegnen. Das erfordert ein Loslassen von alten Paradigmen und ein neues Bewusstsein für die wirklich relevanten Themen.

Neben einem Überdenken unseres globalen Wachstumsdogmas stellt sich für Unternehmen die Frage, wie sie die Leistungsfähigkeit & Performance auf gesunde Art und Weise langfristig sicherstellen können. Den Druck laufend zu erhöhen ist dabei keine zielführende Strategie.

Das Etablieren eines „Wir-Gefühls“ auf allen Hierarchieebenen steht dabei ganz oben auf der Prioritätenliste für ein vitales Unternehmen. Daraus lassen sich vielfältige positive Effekte ableiten:

  • offene und fließende Kommunikation
  • das Miteinander steht im Vordergrund
  • aus Einzelkämpfern wird wieder ein Team
  • Kreativität nimmt zu und somit auch innovative Lösungen
  • Kräfte werden gebündelt (…)

 

Das ist der Boden für Potenzialentfaltung! Eine Kultur eines „neuen Wir“ entlastet die Unternehmensführung und beflügelt die Mitarbeiter.

Es kann ganz einfach gehen und gerade heute braucht es Lösungen, die es auf den Punkt bringen. Manager bewegen in einem Unternehmen etwas, wenn sie die Menschen in ihren Herzen erreichen. Das erreichen Sie bereits, wenn sie diese einfach besser wahrnehmen und ihnen als Menschen begegnen. Das mag pathetisch klingen, jedoch wie sieht die Realität aus?

Wir haben an unseren Universitäten und Schulen gelernt, dass wir „sehr gut“ sein müssen und dass wir uns gegenüber anderen Menschen behaupten sollen. Konkurrenzdenken ist die Konsequenz. Dieses daraus resultierende Verhalten führt uns dorthin wo wir nun mal stehen!

 

Die Zeit der einsamen Helden ist vorbei.

Ob die Unternehmen und Manager sich nun so schnell verändern, ist von den Mitarbeitern nicht unmittelbar beeinflussbar. Deshalb braucht es auch Lösungen für die Menschen im Arbeitsalltag, um mit ihrer jeweiligen Situation gut umgehen zu können!

 

Für Menschen im Beruf:

Blog16-4-1Die erste Frage stellt sich für die Menschen im Berufsleben: Warum tun sie was sie tun? Klar – wir müssen von irgendeinem Einkommen für unser Leben aufkommen. Wir haben Familie und andere Verpflichtungen. Wir laufen aber auch den materiellen Dingen hinterher, die wir gar nicht (mehr) brauchen. Wenn wir das nicht mehr kaufen, was wir ohnedies nicht wirklich wirklich wirklich benötigen, gewinnen wir finanziell und damit auch beruflich mehr Freiheit.

Wir haben gelernt, dass das starke materielle Streben uns letzten Endes nicht glücklicher macht, im Gegenteil – es macht uns krank, wenn wir es damit übertreiben.

Wie auch immer wir das sehen mögen, wir haben auf alle Fälle einen gewissen Sättigungsgrad erreicht mit der Befriedigung unserer materiellen Bedürfnisse. Wir stecken in diesem Bereich noch in alten Mustern und diese können wir ganz einfach auflösen, indem wir uns vor einem Einkauf fragen:

  • Wozu dient es mir?
  • Benötige ich das wirklich?
  • Bringt es mehr Freude in mein Leben?

 

Jeder muss diese Fragen für sich beantworten und wenn die Dinge keine Freude ins Leben bringen, wozu kaufe ich sie dann? Auf einer breiteren Basis hat diese Übung Konsequenzen, denn Sie können das in allen Lebensbereichen durchspielen und es führt Sie zu einer neuen finanziellen Freiheit, die Ihnen auch berufliche Befreiung bringt. Sie müssen dann nicht mehr für diese oder jene Summe arbeiten!

 

Was heißt das konkret?

  • Auf welche materiellen Dinge können Sie generell verzichten?
    (großes Auto, teure Wohnung, immer die modernste Kleidung haben zu müssen …)
  • Wie viel Geld brauchen Sie wirklich noch, wenn Sie diese „Sparmaßnahmen“ einkalkulieren?

Es könnte sein, dass Sie bei diesem Schritt merken, wie wenig Sie wirklich benötigen um so zu leben, wie Sie es sich wünschen. Es geht hier nicht darum, ein Mangelbewusstsein zu schüren – ganz und gar nicht! Es braucht oft nur etwas finanzielle Freiheit, um uns dadurch den wirklich wichtigen Dingen widmen zu können. Damit könnten Sie auch die Möglichkeit einer kleinen Auszeit schaffen, wenn Sie das wollen.

 

Was wollen Sie wirklich?

Frühling 2016 4Wenn die notwendigen materiellen Bedürfnisse weitgehend befriedigt sind, strebt der Mensch nach Höherem, wie es uns die Psychologie mit dem guten alten Abraham Maslow und seiner Bedürfnispyramide lehrt.

Wir haben so etwas wie einen „Spirit“, das ist der Teil in uns, der uns träumen lässt und uns zu einer besseren Version von uns selbst führen will.

Die modernen Wissenschaften beschäftigen sich damit und finden in der neueren Gehirnforschung zu klaren Erkenntnissen: Wir können unsere Realität jederzeit neu schaffen, indem wir alte Gewohnheitsmuster verlassen. Damit sterben alte neuronale Bahnen ab und neue Strukturen bilden sich heraus. Dazu ist es wichtig, dass wir den richtigen Fokus finden und unser Denken steuern.

Damit sind alle Argumente nicht mehr aufrechtzuerhalten, die Sie davon abhalten, das zu tun, was Sie wirklich wollen.

 

Also, was wollen Sie wirklich wirklich wirklich?

DSC03732Wenn Sie diese Frage aus Ihrem tiefsten Inneren beantworten und auch der berufliche Kontext darin vorkommt, geht es nur darum, ganz fest an sich und seine Vision zu glauben und die notwendigen Schritte zu setzen.

  • Was tut Ihnen gut?
  • Welche Beziehungen wollen Sie pflegen oder verstärken?
  • Wie steht es mit einer Reise oder einem Wohlfühlurlaub?
  • Wie können Sie Ihr Zuhause zu einer Oase für Ihre Seele machen? (…)

Dass Sie mal für sich gut sorgen, bietet Ihnen die Basis, dass Sie das berufliche Geschehen gut bewältigen! Der Beruf ist nicht alles. Das zu verstehen ist wichtig, denn eine zu große Identifikation mit dem Job schafft Abhängigkeiten und Sie verlieren Ihre Balance. Dann sehen wir nicht mehr, dass es viel mehr Möglichkeiten gibt als wir ahnen.

 

Es ist alles eine Frage der richtigen Perspektive!

Die erste Frage für die Bewältigung des beruflichen Alltags besteht darin, dass wir beginnen, die berufliche Situation neu zu sehen und damit neu zu ordnen.

Also,

  • Worum geht es in Ihrer beruflichen Situation tatsächlich?
  • Welche Aspekte gilt es zu verstehen?

Es kann sein, dass sich mit der Beantwortung dieser Fragen bereits viel ändert und Sie sich ein anderes Verhaltensmuster zulegen.

Wenn Sie alles versucht haben, gilt „love it, change it or leave it“!

 

Wozu fühlen Sie sich berufen?

Da Sie nun ja dafür gesorgt haben, dass Sie auch eine größere finanzielle Freiheit haben, um sich mit den grundsätzlichen Themen beschäftigen zu können, gilt es herauszufinden, was Sie wirklich wirklich wirklich in Ihrem Beruf wollen.

  • Wozu fühlen Sie sich berufen?
  • Was wollten Sie immer schon machen?
  • Wo liegen Ihre Talente und Potenziale?
  • Welchen Traumjob wollten Sie immer schon? (…)

 

Wenn Sie diese praktikablen und relativ einfachen Fragen beantworten – am besten schriftlich – werden Sie schon einiges herausfinden, wie Sie das berufliche Umfeld besser bewältigen können bzw. was Sie tun können bei Ihrer Ausrichtung.

 

Zusammenfassung

Es geht nicht primär darum, schwächelnde Mitarbeiter widerstandsfähiger zu machen. Unternehmen haben aufgrund wachsender Komplexität und Schnelligkeit die Notwendigkeit, hier ganz oben bei den Führungskräften ein neues Bewusstsein zu schaffen, wie sie damit umgehen. Druck ist keine Lösung!

Jedoch ist jeder einzelne Mensch im Arbeitsleben auch selbst gefordert und gefragt. Zuerst einmal geht es darum, sich frei zu machen von Konsumzwängen. Dadurch kommt finanzielle Entlastung ins Leben und Sie gewinnen mehr Freiheitsgrade für die berufliche Orientierung. Diese beginnt damit, eine andere Perspektive auf Ihre aktuelle Situation im Job zu gewinnen. Wenn Sie dennoch nicht mehr mitspielen wollen und können, geht es um die Kernfrage: Wo liegt Ihre Berufung und wie können Sie diese verwirklichen?

Wenn Sie dazu Unterstützung benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Zum Autor

Ich arbeite als systemischer Coach und Organisationsberater. Meine Schwerpunkte sind hier Beruf & Berufung und das Thema „Beziehungen“. Unternehmen begleite ich, damit diese langfristig leistungsfähig sind und zu diesem Zweck etabliere ich eine neue „Wir-Kultur“. Auf persönlicher Ebene arbeite ich mit meinen „Matrix-Tools“ (systemisches Coaching, Aufstellungen, psychologischer Astrologie, Energie- und Bewusstseinsarbeit, …)  was dem Ganzen eine besondere Tiefe verleiht. Dadurch schaffen meine Klienten einen außergewöhnlichen Transformationsprozess.

„Beruf&Berufung“ findet sich in meinem Leistungsspektrum wieder » mehr dazu

 

Mag. Günter Kerschbaummayr MSc MAS

gk@matrix-coaching.at

www.matrix-coaching.at

 

 

 

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